Ewig mein Ewig dein

Werbung – unbeauftragt

So schnell ist er da, der Tag auf den man sein Leben lang wartet. Bereits als kleines Mädchen träumte ich von diesem Tag, an dem ich Braut sein dürfte. Nun ist er schon wieder fast 4 Wochen her und war so schnell rum. Wenn man so ein organisierter Kontrollfreak wie ich es bin ist, steht und fällt mit diesem Tag alles. Lange Planung und man will einfach, dass alles so perfekt ist wie man es sich vorgestellt hat. Unsere Hochzeit war das wohl größte Projekt, welches ich bisher in Eigenregie geplant habe. Bis ins Detail. Umso mehr musste ich mich vorher zusammenreißen und mir klar machen was wirklich an diesem 09.04. wichtig ist, nämlich ER und ICH. Sonst nichts.

Der Tag vorher

Es war eine Stresswoche, denn unsere Familie – inklusive mir – sind Widder-Kinder. Ich habe am 04.04. Geburtstag und es war nicht der einzige. Das ging dieses Jahr natürlich etwas unter, trotzdem haben wir zumindest im Familienkreis etwas gefeiert. Ich muss wirklich sagen, ich habe bis einen Tag vorher auf die totale Panik gewartet. Es war nicht mehr wirklich etwas zu tun, aber wer mich kennt weiß: Ich finde immer etwas was noch gemacht werden muss. Den Abend schloss ich mit einem Whiskey ab und ich schlief einwandfrei, ganz ohne Aufregung ein bis morgens der Wecker bereits um 7 Uhr klingelte. Ich kann mich an anstehende Geburtstage oder Weihnachten erinnern, wo ich aufgeregter war.

Der Hochzeitstag

Der Mann durfte länger schlafen und gab quasi meiner Stylistin die Klinke in die Hand und ging zu seinen Eltern um sich dort fertigzumachen. Ca. eine Stunde später kam dann meine Trauzeugin und Mutter, um mich zu unterstützen und mir vor allem in mein Kleid zu helfen. Die Frisur und das Make-Up waren mir extrem wichtig, weshalb ich ewig nach der perfekten Stylistin suchte. Ich fand sie auch und sie schaffte es mir meine gewünschte Retro-angehauchte Brautfrisur zu zaubern. Vielen Dank an dieser Stelle an Melanie Weber! Sie machte es sogar möglich, meine Brandwunde am Hals zu überdecken. Denn neben meinem Perfektionismus bin ich auch ab und zu ein kleiner Schussel. Ich verbrenne mich, klemme mir etwas ein oder stolpere ständig. Darin bin ich so gut, dass ich mir glatt 2 Tage vor der Hochzeit mit dem Lockenstab links den Hals verbrannt habe. Ach und 5 Tage vorher habe ich mir den Schädel an der Kofferraumklappe gestoßen. Ich hatte 5 Minuten später so eine Beule an der Stirn, dass ich mich schon mit Hut zum Altar hab schreiten sehen…

Ein Sekt zum Anstoßen sollte uns alle entspannen, aber ich brauchte gar keine Entspannung! Ich war so ruhig und gelassen, dass meine Mutter und Trauzeugin dachten, ich hätte Beruhigungstabletten genommen. 12 Uhr: Bereit um ins Kleid zu klettern. Eine halbe Stunde war geplant, denn 12:30 Uhr wartete bereits der Oldtimer auf mich vor der Tür. Parallel eine SMS von Mr. Vintaliciously aus der man totale Panik lesen konnte und die Info, dass er und sein Trauzeuge zu spät losgefahren seien. Bei uns hingegen hatte alles funktioniert und ich bahnte mir meinen Weg durch ein zu enges Treppenhaus und ins Auto.

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Mein Brautkleid

Langsam merkte ich, meine Trauzeugin ist wirklich aufgeregt. Zitternde Hände und beruhigende Worte von mir. Verkehrte Welt! Ich hingegen versuchte mit meinen Gedanken das Wetter zu beeinflussen, denn es war wolkig. Wir hatten uns für eine standesamtliche Trauung in unsrer Location, in der wunderschönen Altstadt Heidelbergs entschieden. Es sollte persönlich werden, mit all unseren Liebsten. Wir waren zu früh, weshalb ich im Oldtimer sitzen bleiben musste. Heidelberg besteht an einem Samstag quasi aus Touristen, genau diese umlagerten uns und machten Fotos. Wenigstens Ablenkung für mich.

Und dann sah mich mein Papa zum ersten Mal. Er wollte partout als einziger der Familie vorher nicht wissen wie mein Kleid aussieht. Er rang mit den Tränen und beugte sich zu mir ins Auto. Kurz danach entschieden wir uns, mich von der Rückbank zu holen. Wer als Braut ein Kleid mit Reifrock trägt, weiß wie schwierig das sein kann. Nachdem alle Schichten sortiert wurden, machten mein Vater und ich uns auf den Weg zum Altar.
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Unser Blumenmädchen wartete auf mein Signal loszulaufen und auch jetzt war ich noch immer nicht aufgeregt. Dann war er da, der Moment. Yann Tiersens Klavierstück „Comptine d´Un Autre Été“ spielte und ich rang mit den Tränen. Zu sehen wie zum einen mein Papa so gerührt war und zum anderen die Überraschung in den Augen meines Zukünftigen zu sehen, berührte mich wirklich. 

Er sah mich und flüsterte mir ins Ohr wie wunderschön ich sei. Die Standesbeamtin fing an zu sprechen, doch das zog an uns beiden völlig vorbei. Man sitzt dort und bekommt nichts wirklich mit von diesen schönen Worten und Geschichten. Ich persönlich habe nur auf den Moment gewartet ihm mein Gelübde sagen zu können und dass wir endlich Mann und Frau sind.  An dieser Stelle muss ich unromantisch sein, ich habe mein Traugelübde nämlich erst tatsächlich 2 Tage vorher fertiggehabt. Der Mann hat hingegen schon Anfang des Jahres damit angegeben, dass er schon 3 hat! Ich habe das ewig vor mir hergeschoben, einfach weil ich Angst hatte, nicht die perfekten Worte zu finden. Unser Blumenmädchen kam und brachte auf dem Ringkissen, welches meine Oma aus dem Reststoff meines Kleides genäht hatte, unsere Ringe. Das war für mich der schönste Teil an der ganzen Zeremonie, auch wenn ich nicht gläubig bin, war es mir wichtig ihm diese Worte sagen zu können. Es kommt einen ewig lang vor, aber in Wirklichkeit ist es so unglaublich schnell vorbei. Zu „Love and Marriage“ von Frank Sinatra verließen wir unter dem Lächeln der Gäste den Raum.

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Unsere Schleierkraut Herzen

Ich nahm bis auf die Zeremonie alles ganz klar wahr, hätte mir aber im Nachhinein gerne etwas mehr von dieser Nervosität gewünscht, von dem einem immer jeder erzählt. Mr. Vintaliciously hingegen war so unendlich aufgeregt, dass es für uns beide gereicht hat. Später sagte er mir: „Du bist wie ein Killer, wenn es drauf ankommt bist du eiskalt“. Ja, da hat er wohl recht, auch wenn mir das vorher nie so bewusst war. Naja, irgendwer muss ja den Durchblick behalten.
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Nach der Trauung folgte der Sektempfang und das Gruppenfoto. Dabei ist dann auch das erste schief gegangen: Mein Opa war plötzlich nicht da. Die Parksituation an diesem Tag war nämlich eine Katastrophe, deshalb entschloss er sich dazu „kurz“ umzuparken, war aber leider eine Stunde weg. Unser Fotograf hat alles gerichtet und ihn im Nachhinein hinein retuschiert. Anschließend folgte das Brautpaars-Shooting, während die Gäste an einer Altstadt-Liebesführung teilnahmen.

Auch wenn wir an diesem Tag dachten, dass das Wetter nicht ganz mitspielt, so war es rückblickend der schönste Samstag im April. Wir hatten leichten Sonnenschein, Nieselregen beim Shooting und abends richtigen Regen. Doch das Licht war nachmittags so genau perfekt. Außerdem vertrieb der anfängliche Regen Besucher aus dem Schlosspark.

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Wir waren so froh, dass wir Rafael gefunden haben (naja eigentlich habe ich ihn entdeckt…). Er hat es geschafft alle wichtigen Momente unserer Hochzeit festzuhalten. Als wir die Fotos erhielten waren wir überrascht in wie vielen Situationen er den Auslöser gedrückt hat und wir nicht bemerkt haben, dass er gerade in der Nähe war. Er sagte uns beim Kennenlernen

„Man ist ja schon für einen Tag quasi befreundet.“

 

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Spitzenbolero

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Brautvater-Rede

Ja das ist man, deshalb ist es so wichtig den richtigen Fotografen zu finden. Er strahlte eine Ruhe und Gelassenheit aus, die ich unglaublich fand.

Ich versuche noch immer die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, deshalb folgt auf jeden Fall ein zweiter oder auch dritter Bericht. Mit Detailaufnahmen und noch mehr Bildern.

Abschließend kann ich sagen, dass es nicht stimmt, dass sich nach der Hochzeit nichts verändert. Man fühlt sich verbundener. Man liebt sich noch ein kleines bisschen mehr und einem wird bewusst, dass man nie wieder allein ist. Das es da tatsächlich jemanden auf der Welt gibt, der sich dazu entschieden hat für immer bei dir sein zu wollen.

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Menü-Bestuhlung

Kleid: Annais

Diadem: Angelehnt an die Tiara von Lady Mary aus Downton Abbey: Glitzy Secrets

Ohrringe: Swarovski

Brautstrauß: My Bouquet

Oldtimer: Fiat 128

Location: Palais Prinz Carl, Heidelberg

Fotograf: Rafael Michel

Stylistin: Melanie Weber

 

 

3 Kommentare

  1. Sandra sagt:

    So ein wundervoller Beitrag!
    Dein Kleid ist ein Traum und auch das „Drumherum“ finde ich super schön.
    Ich kann es kaum erwarten, die noch folgenden Beiträge zu lesen. ;)

    Liebe Grüße,
    Sandra

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