10 Sprüche die Vintage Liebhaber satt haben

 

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Wer kennt sie nicht, diese Vorurteile und Sprüche – als Vintage Liebhaber hört man sie öfters. Ich freue mich immer darüber, wenn mich jemand fragt was mich zu meiner Liebe zu den alten Zeiten bewegt. Manchmal gibt es aber diese kleine Anzahl von Kollegen, Freunden, Familie oder Fremden, die einen einfach in die eine Schublade stecken oder einen verwundert anstarren. Die typischsten Sätze habe ich hier zusammengefasst. Erkennt ihr welche wieder?

 

1. „Ist denn schon Fasching?“

Na, habt ihr diesen tollen Spruch auch schon zu hören bekommen? Ich höre ihn vor allen Dingen wenn ich Kopfschmuck wie ein Hütchen trage. Tragt ihr Petticoats? Scheint bei manchen Menschen auch wie Fasching zu wirken.

2. „Du siehst aus wie diese Enie van de Meiklokjes“

Man kennt sie, sie trägt ausgefallene Hütchen: Schublade perfekt. Meist ebenso in Zusammenhang mit Kopfschmuck zu hören. Weder habe ich rote Haare noch möchte ich jemanden kopieren, aber ich mag sie sehr.

3. „Das willst du kaufen? Das ist doch Sperrmüll“

Ja, das will ich kaufen und nein das ist kein Müll. Bekannte Situation auf dem Flohmarkt in Begleitung. Ich kann ja verstehen, dass nicht jeder die Magie in dem uralten gepolsterten Stuhl erkennt (zum Glück!), aber etwas genervt ist man davon schon.

4. „Bist du nicht etwas overdressed dafür?“

Jap bin ich, aber das ist doch toll! Lieber bin ich overdressed als underdressed. Lieber falle ich mit dem Ballkleid auf der Geburtstagsfeier von Tante Emma auf , als das ich mit Jeans auf der Hochzeit auftauche. Kleidet euch als wenn jeder Tag der letzte wäre und lasst die schönsten Stücke nicht im Schrank verstauben  weil ihr auf den einen tollen Moment wartet.

5. „Das ist doch out“

Entschuldigung, das ist doch der Sinn von meinem Stil. Ich will nicht mit der Mode gehen und danach zig Teile im Schrank haben, die nächstes Jahr nicht mehr getragen werden „dürfen“. Jeder soll tragen was er mag und der Sinn von Vintage Kleidung ist ja eben die Gesinnung von damals wieder neu aufleben zu lassen. Nämlich, dass man das selbstgenähte Kleid noch 15 Jahre tragen kann oder den alten Rock neu kombiniert oder abändert. Natürlich ist das mit viel Kleidung heute nicht mehr möglich – das ist einfach der Qualität geschuldet.

6. „Das lässt dich alt aussehen“

Ach, das stört mich jetzt nicht so. Ich wurde nämlich schon öfters auf unter 20 geschätzt, da schadet es nicht wenn die Mode mich etwas reifer erscheinen lässt. Ich muss gerade an meinen Brautkleidkauf denken. Das erste Kleid was ich anhatte gefiel mir schon sehr gut, hatte aber einen ganz bestimmten Farbton. Eher champagnerfarben. Die Verkäuferin riet mir davon ab, weil es mich alt und dreckig aussehen lassen würde. Leider sah es wirklich nicht so hübsch an mir aus.

7. „Damals hat man das aber nicht so getragen“

Manchmal kann es schon anstrengend sein seiner Umwelt seinen Modegeschmack erklären zu müssen. Vor allen Dingen meist den Leuten, die sich leider nie wirklich damit auseinandergesetzt haben. Zum einen wird man behandelt als wenn man ständig im Kostüm rumrennt und zum anderen wird alles auf die Goldwaage gelegt. Natürlich bin ich mir bewusst darüber (und ihr euch bestimmt auch), dass man damals halterlose Strümpfe trug anstatt Strumpfhosen und man in den 50er Jahren als Dame von nebenan nicht unbedingt tätowiert war. Die Kombi die jeder Vintage Liebhaber aus der damaligen und heutigen Zeit mischt, ist doch aber gerade das Interessante daran!

8. „Deine Wohnung sieht aber nicht wie damals aus“

Ach wie gerne würde ich in einem Altbau-Haus mit hohen Decken Stuck und Barockmöbeln gepaart mit Biedermeier Sofas wohnen. Man darf ja träumen. Zurück in die Realität: Original Möbel haben ebenso wie Kleidung von damals ihren Preis. Habt ihr schon mal beim Antiquariatshändler um die Ecke geschaut wie teuer ein guter Bauernschrank oder ein handgepolsterte Couch aus den 50ern ist? Natürlich versuche immer Ausschau zu halten ob mir nicht doch ein kleines Schnäppchen aus alten Zeiten in die Hände fällt. Leider ist das mittlerweile selbst auf Flohmärkten die Seltenheit oder wenn bezahlbar, wirklich kurz vorm Zerfall.

9. „Ist heute etwas Besonderes?“

Jeder Tag ist besonders oder? Warum das dann nicht mit der Mode unterstützen? Der Punkt passt wieder sehr gut zu dem overdressed-Thema. Natürlich räume ich in meinen 4 Wänden nicht im Cocktailkleid den Geschirrspüler aus. Aber es hat doch auch immer etwas mit Wertschätzung anderen gegenüber zu tun, sobald ich das Haus verlasse, nicht auszusehen als wenn eben den Geschirrspüler ausräume. Kleider machen schließlich Leute.

10. „Igitt, du weiß doch gar nicht wer das schon vor dir anhatte“

Manchmal weiß man es und manchmal nicht. Wenn ich in Secondhand-Geschäfte bzw. Vintage-Läden einkaufe, ist die Kleidung fast immer bereits gereinigt und gar nicht „Igitt“. Notfalls wäscht man es eben nochmals. Nicht jeder mag getragene Kleidung, aber damals wurde diese auch noch ganz anders geschätzt. In der Zeit der Fast Fashion, mag das nicht jeder nachvollziehen können. Das ist völlig okay. Und wer Secondhand probieren möchte aber sich ekelt, sollte eventuell so etwas wie einen Tauschabend unter Freundinnen probieren. Ich selbst trage viele Teile meiner Freundinnen auf und versuche sie neu zu kombinieren. Warum wegwerfen, wenn sich jemand anderes noch darüber freut?

 

Die meisten Sprüche lächele ich einfach weg oder versuche mich in Erklärungen. Kennt ihr auch solche Sprüche und wie reagiert ihr darauf?

Ich verzeihe es jedem wenn so Sprüche kommen, deshalb versucht einfach auch drüber zu schmunzeln und lasst euch vor allen Dingen nicht in eurem Stil verunsichern!

 

 

 

7 Kommentare

  1. Felicia sagt:

    Hihi du bringst es auf den Punkt! Gut ist auch der Spruch: „Das hatte meine Oma auch mal!“ Den höre ich viel zu oft! Wie kleingeistig manche Leute sind…

  2. Steph von Miss Kittenheel sagt:

    Widerstrebende Begleitung auf dem Flohmarkt ist doch toll – dann kann man besser handeln.
    Ich habe einen sehr durchmischten Retrostil, Beschwerden dass der nicht historisch korrekt ist bekomme ich keine.
    Das mit dem overdressed höre ich auch oft. Andererseits erwartet man das auch mittlerweile von mir.
    Klar gibt es Tage da wird man angestarrt wie eine Jahrmarktsattraktion, oft ist da aber auch andächtiges staunen bei. Es gibt aber auch Tage da verstehe ich nicht warum ich so auffalle, meist ein ich halbwegs „normal“ angezogen bin.

    • Fräulein Christin sagt:

      Ja das Anstarren kann ich oft nicht deuten. Denken die Leute sich dann „Oh hübsch, wie damals“ oder eher „Wie verkleidet“ oder „Igitt Pelz“ (dabei ist es Kunstfell). LG Christin

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