10 Fragen an das Pin-Up Model Paula Walks

Paula WalksPaula Walks

Wie der Zufall es will, kennt man sich aus dem Internet und trifft sich dann das erste Mal auf der anderen Seite der Welt. So war es zumindest bei mir und Paula. Ich folgte ihr schon länger und fand ihre geposteten Fotos immer ganz toll. In Los Angeles sind wir dann zusammen shoppen gegangen und fanden heraus, dass wir sogar die selbe Geburtsstadt haben. Diese kleine quirlige Blondine hatte es mir seitdem angetan. 2 Monate später trafen wir uns dann auf dem diesjährigen Walldorf Weekender wieder.

Paula modelt unter dem Synonym „Paula Walks“ seit 3 Jahren im Retro Bereich. Grund genug um sie etwas mit Fragen zu löchern.

Interview mit dem Retro Mode Paula Walks

 

Paula Walks

Bildquelle: Sarah Troester Photography

Paula Walks

Bildquelle: Sarah Troester Photography

1.) Wie kamst du zum Modeln und warum gerade im Retro/Pin-Up-Bereich?

In einer Verkaufsgruppe wurde ein Petticoat Kleid von einem Mädchen verkauft. Wie ich jetzt weiß war es das Vintage Model Pearl Blanched. Ich war so begeistert von dem Foto, dass ich unbedingt auch mal solche Fotos machen wollte. Mein erstes Shooting wurde mir zum Geburtstag geschenkt. Und wie es dann weiter ging, kann ich gar nicht mehr richtig sagen. Irgendwie hat sich das alles so entwickelt und ist gewachsen. So wie ich mich entwickelt habe. Warum genau der Vintage Bereich, ist leicht zu sagen. Weil es sich so von der heutigen Welt unterscheidet wie ich finde. Für mich ist es so eine friedliche Welt in der ich mich fallen lassen kann. Da ich in den 3 Jahren die ich das jetzt mache, so viele nette Menschen kennengelernt habe. Die alle das was sie tun mit Leidenschaft machen. Es geht nicht immer nur ums Geld. Es geht um Qualität. In der Vintage Welt hat wie ich finde alles noch einen bestimmten Wert.

2.) Lass uns mal Klartext sprechen: Kann man davon leben oder hast du noch eine Hauptanstellung?

Nein, man kann davon nicht leben. Ich glaube das können die wenigsten. Doch ich finde es nicht schlimm. Für mich ist das ein Hobby und ich möchte auch nur das machen was mir Spaß macht. Und nicht wegen Gelddruck Projekte annehmen müssen, auf die ich eigentlich keine Lust habe. Mir macht es Spaß auch kleine Labels zu unterstützen. Und da ist es mir nicht wichtig was dabei raus springt. Sondern, dass man eine schöne Zusammenarbeit hat und ich auch andere mit meiner Arbeit unterstützen kann. Ich arbeite hauptberuflich als Fotojournalistin bei einem Magazin in Hamburg.

3.) Lebst du die damalige Zeit nur vor der Kamera aus oder auch privat?

Es ist eine Mischung aus beidem. Erst war es nur vor der Kamera. Doch dann hat sich mein privater Look auch in die Richtung entwickelt. Früher war ich sehr unsicher und wollte bloß nicht auffallen. Jetzt finde ich es schön einfach meinen eigenen Stil zu haben. Und wenn die Leute mal komisch schauen, ist mir das egal. Da ich mich wohl fühle. Meine Wohnung ist nicht ganz so Vintage. Ich besitze zwar auch einen Plattenspieler, doch der Rest ist eher „normal“.

4.) Was ist dein ultimativer Styling-Tipp für Frauen, die sich momentan noch nicht an Retro-Outfits trauen?

Ich glaube einen ultimativen Tipp gibt es nicht. Einfach ausprobieren welcher Look einem am besten gefällt. Sich mit seinem Outfit wohl fühlen ist das Wichtigste. Denn die Ausstrahlung macht es einfach. Ich finde es schön wenn auch die Haare und das Make-Up zum Look passen. Dabei kann man immer Mädels aus der Szene um Hilfe bitten. Es gibt tolle Gruppe wo man einfach mal wie man es selbst denkt, dumme Fragen stellen kann. Da wird einem auf jeden Fall geholfen. Denn wir alle haben mal angefangen. Auch ich habe noch so viel in Sachen Styling zu lernen. Vintage-Hair-/ and Make-Up-Workshops kann ich auch nur empfehlen. Da lerne ich auch immer tolle Tricks, die ich vorher nicht kannte.

5.) Was darf in deiner Handtasche nie fehlen?

In meiner Tasche befindet sich immer mindestens ein roter Lippenstift. Oft finde ich dann aber gleich zwei oder drei Lippenstifte in verschiedenen Farben in meiner Tasche . Eine Farbe für jede Gelegenheit, meine Wunderwaffe „Catrice Camouflage“, mein Eyeliner und Wimperntusche für den perfekten Augenaufschlag. Man weiß ja nie wie lange der Abend noch wird.

6.) Replikat oder Original?

Am Anfang war ich stolz auf all die tollen Labels die ich in meinem Schrank hängen hatte. Ich liebe all meine Kleider noch immer. Doch in letzter Zeit habe ich schon einen Faible für Original Kleider entwickelt. Da sie schon eine ganz besondere Geschichte hinter sich haben. Und oft haben sie so wundervolle Stoffe oder Schnitte. Wenn man ein gut erhaltenes Original Kleid findet das einem dann auch noch passt, ist es wie einen Schatz zu finden.

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7.) Gestatte uns einen Blick hinter die Kulissen, wie sieht der Ablauf eines Shooting-Tages aus?

Oh, an einem Shooting Tag ist nichts besonders Spektakuläres bei mir. Eigentlich bin ich ein sehr organisierter Mensch. Doch meist liege ich abends doch lieber noch etwas länger auf der Couch, als meinen Shooting-Koffer zu packen. Also renne ich morgens hektisch durch meine Wohnung um Schuhe, Schmuck und was ich sonst noch fürs Shooting brauche in meinen Koffer zu stopfen. Zwischendurch schaue ich hektisch auf die Uhr, damit ich meine Bahn nicht verpasse. Schnell noch ein Tuch über die Lockenwickler geworfen und auf zum Bahnhof. Im Zug kann ich noch etwas die Augen zu machen und dann geht es zur Location. Dort gibt es dann noch einen kleinen Plausch mit dem Fotografen und dann geht es los. Alle Shootings unterscheiden sich sehr, es kommt immer drauf an bei welcher Location oder ob es vielleicht sogar im Studio ist. Die Shootings sind meist sehr entspannt. Und am Ende gibt es vielleicht noch einen Kaffee und dann geht es zurück in den Zug. Im Endeffekt sitze ich meist länger im Zug, als das ich shoote. Zum Beispiel eine meiner liebsten Fotografinnen Sarah Tröster Photography: Sie kommt aus der Nähe von Stuttgart. Das ist dann schon eine ganz schöne Strecke. Aber für einen schönen Tag zusammen und tolle Bilder, fahre ich auch gern mal etwas weiter.

8.) Wer inspiriert dich besonders?

Das ist schwer zu sagen. Es gibt so vieles. Ich lasse mich gern durch andere Vintage Models inspirieren. Da ich es immer wieder fasziniert bin was sie so zaubern. Ich schaue mir gern alte Fotos und Filme an. Weil man da oft auch wundervolle Ideen findet.

9.) Wenn du dir ein Jahrzehnt zum leben aussuchen könntest, welches wäre das?

Da würde ich mich nicht so festlegen. Ich sage immer ich bin so 20er bis 50er. Jedes dieser Jahrzehnte hatte tolle Sachen. Ich tanze Lindy Hop und Charleston da muss es manchmal ein Flapper Kleid sein. Aber ich mag auch gern mal ein enges Bleistiftkleid. Daher lasse ich mir das offen, damit ich aus dem Vollen schöpfen kann.

10.) Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Eine schwere Frage, da ich ein sehr kreativer Mensch bin und mich ständig neu erfinde. Aber ich glaube das in 10 Jahren noch viel passiert und ich hoffe, dass man in der Zeit auch noch einiges von mir hören wird. Klingt etwas doof, aber ich finde Ambitionen sind etwas Gutes. Neben dem Modeln und Social-Media-Kram und was es da noch so gibt, habe ich einen großen Traum. Ich möchte eines Tages Besitzerin eines eigenen Burlesque Clubs sein. Mein halber Business-Plan steht schon. Von daher mal schauen. Und da das noch nicht genug ist, wünsche ich mir natürlich dann auch schon eine kleine Familie. Man weiß ja nie was die Zeit bringen wird. Aber ich freue mich jetzt schon auf all die tollen Menschen, die mir auf meinem Weg noch begegnen werden. Auf tolle Kooperationen und Jobs und auf all die kleinen und großen Überraschungen.

 

Vielen Dank für das Interview!

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Paula Walks 

 

 

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