Vintage Mode kaufen: Worauf muss man achten?

 

Vintage Mode kaufen

Feine Details: Keramikknöpfe benötigen besondere Pflege

 

Wie oft sitze ich kopfschüttelnd vor dem PC bei meiner Suche nach besonderer Vintage Kleidung und frage mich, was sich der Verkäufer beim Einstellen seiner Stücke gedacht hat. Ein H&M Kleid vom letzten Jahr ist also Vintage? Ich kaufe zwar nicht so oft bei den großen Ketten, aber das H&M seit Kurzem wohl Originale verkauft, ist dann wohl an mir vorbeigegangen.

Aus diesem Online-Wirrwarr aus Mode-Begriffsbezeichnungen die jeder verwendet und interpretiert wie er möchte, kann man einfach nicht schlau werden. Deshalb gibt es von mir einen kleinen Guide. Zum einen um eben solchen Verkäufern ein paar Tipps für bessere Begriffserklärungen zu geben und den Vintage Liebhabern unter uns ein paar Tipps bei der Suche.

Vorne weg: Ich bin ehrlich gesagt von Online-Käufen (zumindest in Bezug auf Vintage Kleidung) kein großer Freund. Man muss lange suchen bis man vertrauensvolle Shops oder Verkäufer findet und im Grunde genommen eigentlich ausprobieren oder sich auf Meinungen von anderen verlassen. Originale können locker ein Loch von mehreren Hundert Euro in den Geldbeutel reißen. Deshalb sollte man sich schon einigermaßen sicher sein, dass man etwas Qualitatives für diesen Preis bekommt.

Vintage Shopping Guide

Erkennungsmerkmal für geschneiderte Vintage Mode: Stoff zum Auslassen

 

Vintage Mode Shopping-Guide: Vintage Mode kaufen, aber richtig

Original Vintage Kleidung hat seinen Preis

Alle Alarmglocken müssen anspringen, wenn ihr ein angebliches Kleid aus den 20ern seht es aber gerade einmal 50 Euro kostet. Das ist mehr als unrealistisch. Natürlich gibt es immer wieder Menschen die nach einem Frühjahrsputz ihres Kellers Schätze finden, aber nicht wissen wie viel Wert die gefundenen Stücke haben. Das ist aber selten. Deshalb lasst vorsichtshalber die Finger davon, außer ihr könnt euch mit Sicherheit vom Gegenteil überzeugen.

Verschleiß und Abnutzung mindern hingegen den Preis. Sind die Knöpfe am Kleidungsstück erneuert? Ist der Saum ausgefranst oder ein großer Fleck zu finden? All das sind Dinge die den Wert erheblich drücken.

Die Größen

Ein weiteres Problem einer Online-Bestellung sind die Konfektionsgrößen. Eine heutige 38 war damals keine. Wenn dann noch Landesunterschiede dazu kommen, (wie zum Beispiel US-Größen) wird es gleich ganz schwierig. Damals war es als gut betuchte Frau nicht unüblich persönliche Schneider zu haben, weshalb es auch vorkommen kann, dass ein Kleidungsstück gar kein Etikett hat oder es über die Jahre abgetrennt wurde. Hier hilft meist nur: Anprobieren oder Ausmessen. Gute Online-Shops messen Kleider und Co. genau aus.

Viele Mode-Boutiquen hatten damals eigene Größentabellen, bevor statistische Messungen stattfanden. In Berlin gab es im 19. Jahrhundert sogar ein Größensystem, welches mit Sternen dargestellt wurde anstatt Zahlen.

Eine kleine Geschichte am Rande zur Modeikone überhaupt: Marilyn Monroe soll eine Kleidergröße 40/42 getragen haben. Wusstet ihr, dass dieses Gerücht falsch ist? Es zeigt wie sich die Kleidergrößen in den letzten 100 Jahren stetig verändert haben. Sie trug eine US-Größe 12 was heute, je nach Kleidungsstück einer 40 gleichkommt. Damals fiel diese Größer aber kleiner aus und glich eher einer 36/38. Bei einer ungefähren Körpergröße von 1,66 m hat sie immer ca. 52-54 kg gewogen. Das sie oft als pummlig galt, liegt an Ihren Schwangerschaften. Sie fühlte sich teilweise so wohl, dass sie dass sie sich in dieser Zeit gerne für Fotoshootings ablichten ließ. Leider hatte sie mehrere Fehlgeburten und wurde nie Mutter.

Vintage Mode TippsDie Pflege

Meist riecht man leider die Jahre des Kleidungsstückes –  es riecht schlichtweg oft nach Schrank, Mottenkugeln oder Keller. Ein guter Tipp ist Lüften. Am besten im Sommer draußen.

Bei manchen Stücken kann ein ordentlicher Waschgang auch helfen. Natürlich per Hand und nur mit ganz sanftem Shampoo. Babyshampoo bietet sich dafür an, da es sehr mild ist. Ansonsten bleibt immer die Möglichkeit der Reinigung, erkundigt euch allerdings vorher ob diese auch Erfahrung mit den jeweiligen Stoffen und eventuell Knöpfen hat. Oft handelt es sich um Keramikknöpfe, welche besonderer Vorsicht bedürfen. Um eure neue-alte Kleidung zu schützen, seht von der Waschmaschine ab (allerhöchstens Handwaschgang!)

Falls euch danach immer noch ein muffiger Geruch entgegenkommt, gibt es noch einen kleinen Geheimtipp: Wodka! Einfach auf die Kleidung sprühen und wieder ordentlich lüften lassen. Dies ist besser wie chemische Sprays, welche Gerüche absorbieren sollen.

Vintage Shopping-Guide Vintage Mode kaufen

Das Alter

Wie schon bei Punkt 1 erwähnt, hat das Alter seinen Preis. Es ist ein Trugschluss zu behaupten, dass das Alter den Preis schmälert. Vor allem die Exklusivität spielt hier eine Rolle. Umso älter, umso teurer und umso schwieriger zu finden. Wenn dann noch ein bestimmter Designer oder besondere Details dazukommen, steigt ebenfalls der Preis. Weil die Nachfrage größer ist und die Verfügbarkeit gering.

Maßangefertigte Kleidungsstücke erkennt man oft auch am großzügigen Saum, welcher innen verlegt ist. So konnte die Kleidung „mitwachsen“. Hatte die Dame ein paar Pfund zugenommen, wurde der Saum herausgelassen (siehe Bild oben).

Der Zustand

Achtet genau auf Fehler, vor allem wenn ihr online bestellt. Vertrauenswürdige Händler geben Fehler und Makel ehrlich an. Hierbei kann man sich nach folgenden Abstufungen richten:

  • „Exzellenter Zustand“ bedeutet keine Mängel vorhanden.
  • „Guter Zustand“ bedeutet „kleine Mängel“.
  • „Zustand okay für das Alter“ heißt, dass Mängel vorhanden sind, aber wahrscheinlich nicht genauer aufgezählt werden können oder möchten.

Die Begrifflichkeiten

Oft wird der Ausdruck „Vintage“ fälschlicherweise mit Secondhand-Mode gleichgesetzt oder mit Retro vermischt.

Ganz kurz erklärt: Vintage bezeichnet Mode der 20er-70er Jahre (manchmal werden auch die 80er dazugezählt. Also die Originale, die auch Oma damals trug. Hier sollte man nach dem Ausdruck „true vintage“ Ausschau halten.

Der Begriff „Secondhand“ bedeutet einfach „aus zweiter Hand“, also bereits getragen. Das können also auch Stücke sein die letztes Jahr gekauft wurden.

Retro“ bedeutet „auf Alt getrimmt“ bzw. nachgemacht. So wird der Stil vergangener Tage aufgegriffen und in neuer Kleidung verarbeitet. Ähnlich ist der Ausdruck „Vintage-inspired“.

Genauer nachlesen, könnt ihr die Definitionen noch mal hier.

 

 

Habt ihr noch weitere Tipps, um das perfekte Vintage Kleidungsstück zu finden?

Wo findet ihr die besten Stücke?

 

 

Schreibe einen Kommentar